Ein neuartiger Heimatfilm über alte Familienstrukturen und eine verbotene Liebe.

Kinostart: 29.08.2019

Die Handlung von A Gschicht über d'Lieb

Wir schreiben das Jahr 1950. Während im ganzen Land langsam ein Umbruch stattfindet, scheinen die Uhren im baden-württembergischen Sankt Peter deutlich langsamer zu ticken. Das bekommen auch die beiden Geschwister Gregor und Maria Bacher zu spüren, in deren Zuhause noch die alteingesessenen Familienstrukturen vorherrschen. Das heißt, der Vater hat als Oberhaupt der Familie das Sagen und das Erbe, in diesem Fall der ertragreiche Bauernhof, geht ausschließlich an den männlichen Nachfahren.

Doch Gregor denkt gar nicht daran, den Bauernhof weiterzuführen. Er wartet sehnsüchtig darauf, dass die Bundesstraße nach Sankt Peter fertig gestellt wird, damit er dort eine Tankstelle eröffnen kann.

Dafür ist er jedoch auf die finanzielle Unterstützung seines Vaters angewiesen, der natürlich die Hilfe verweigert. Erst nach langem Zureden durch Gregors Schwester Maria, willigt er unter einer Bedingung ein. An Gregors Stelle muss Maria stattdessen den Hof übernehmen, was jedoch nur geht, wenn sie bis dahin einen heiratsfähigen Mann gefunden hat, mit dem sie anschließend das Erbe antreten kann.

Mit diesem Ultimatum fangen die Probleme doch erst richtig an, denn die beiden Geschwister hegen ein Geheimnis.

A Gschicht über d'Lieb - Ausführliche Kritik

Mit „A Gschicht über d‘Lieb“ präsentiert der Newcomer Peter Evers einen neuartigen Heimatfilm, der mal nicht total kitschig ist und das Landleben schön redet. In seinem Film, bei dem er nicht nur als Regisseur, sondern auch als Drehbuchautor fungierte, geht es um ein Geschwisterpaar, das sich den patriarchalischen Strukturen innerhalb ihrer Familie entgegenstellt, darüber hinaus aber auch ein dunkles Geheimnis in sich birgt.

Evers verarbeitet in „A Gschicht über d‘Lieb“ ein großes Sammelsurium an teils sehr bedrückenden Themen, wie Kriegstraumata, arrangierte Eheschließungen sowie die Ausbeutung und Unterdrückung der Frau und packt dies in einen seidenen Kokon aus idyllischen Landschaftsaufnahmen. Diese Bilder sind so ausdrucksstark und schon nahezu heimelig, dass das Publikum durchaus dem Irrglauben anheim fällt, dass es sich bei „A Gschicht über d‘Lieb“ um einen typischen Heimatfilm handeln könnte.

So stark die Bilder jedoch auch sein mögen, sie lenken nie von den absoluten Stars des Films ab – dem Geschwisterpaar Maria und Gregor, die hier herausragend von Svenja Jung („Fucking Berlin“) und Merlin Rose („Als wir träumten“) gespielt werden.

Wer sich nicht vor ernsten und tiefgründigen Themen scheut und noch dazu ein wenig Heimatfilm-Feeling erleben will, ist bei „A Gschicht über d‘Lieb“ also sehr gut aufgehoben.

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Info

  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: 29.08.2019

Genre:

Originaltitel: A Gschicht über d'Lieb