Feinfühliges Drama über Brüchigkeit familiärer Bande mit Uwe Kockisch als Vater, der durch Jobverlust seinen Lebensinhalt und seine Identität verloren hat.

Kinostart: 31.01.2013

Anne Müller
als Sonni

Jakob Diehl
als Arnolt

Irina Potapenko
als Katharina

Bernhard Schütz
als Bergson

Andreas Leupold
als Hans

Janusz Kocaj
als Fabrice

Mehdi Nebbou
als Studentenberater

Handlung

Ganz überraschend steht Familienvater Jakob bei seinen Kindern in Berlin vor der Tür. Die sind nicht gerade begeistert, haben sie mit sich selbst doch genug zu tun. Der Sohn hat sein Studium geschmissen, die eine Schwester die akademische Karriere an den Nagel gehängt und ihre Erfüllung als Gärtnerin gefunden, die andere hat einen Freund fast so alt wie ihr Vater. Als abends auch noch die Mutter zur Runde stößt, wird Tacheles geredet. Die Familie ist eigentlich schon lange keine mehr.

Kritik

Eltern und drei erwachsene Kinder versuchen die Scherben des familiären Beziehungsgefüges zu kitten.

Dysfunktionale Familien auf der Leinwand sind ein dankbarer Stoff, heißt das doch oft emotionale Konflikte, Streitereien bis aufs Messer, Katharsis, Erinnerung an gute Zeiten und manchmal auch Versöhnung. Diesen Spannungsbogen und die Brüchigkeit familiärer Beziehungen arbeitet Constanze Knoche in ihrem Regie-Debut sensibel ab. Ihre Protagonisten bieten für das ganze Psycho-Programm genug Reibungsflächen.

Als eines Morgens überraschend Familienvater Jakob bei seinen Kindern in Berlin vor der Tür steht, bricht nicht gerade Begeisterung aus. Alle sind mit sich selbst beschäftigt. Der Sohn hat sein Studium geschmissen und will sich der Kunst widmen, die eine Schwester hat die akademische Karriere an den Nagel gehängt und ihre Erfüllung als Gärtnerin gefunden, die andere vergnügt sich mit einem Universitätsprofessor, der ihr Vater sein könnte. Glücklich ist niemand. Anfänglich versuchen die Beteiligten noch die Fasson zu wahren, aber je mehr der Tag fortschreitet, um so mehr kommen Lebenslügen auf den Tisch, Unwahrheiten sich selbst und den anderen gegenüber. Und wenn dann noch abends die Mutter zur Runde stößt, wird Tacheles geredet. Die Familie ist schon lange keine mehr. Man spricht viel, sagt aber eigentlich wenig, es dauert lange, bis der Mann damit rausrückt, dass er seinen Job verloren hat und die Kinder nicht mehr unterstützen kann.

Uwe Kockisch ist Kristallisationspunkt in seiner Trauer um Verlust von Lebensinhalt und Identität. Alte und Junge sind an den sie gestellten Erwartungen gescheitert. Die Figuren nehmen sich zurück, bleiben oft blass, nur in wenigen, aber dann sehr intensiven Momenten spürt man die lange unterdrückten Gefühle, den Lebensfrust, die tiefe Enttäuschung. Zwar dominiert durchweg ein sehr ernster Tenor, aber wenn am Ende die Geschwister alleine ins Elternhaus zurückkehren und sich an schöne Situationen erinnern, ist dieser Hoffnungsschimmer mit Humor inszeniert. mk.

Wertung Questions?

Filmwertung

Redaktion
-
User
-
Deine Wertung

Action

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Humor

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Gefühl

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Spannung

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Anspruch

Red.
-
User
-
Deine Wertung

Info

Plakat des Films: Die Besucher
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 31.01.2013

Deutschland 2012

Länge: 1 h 32 min

Genre: Drama

Originaltitel: Die Besucher

Regie: Constanze Knoche

Drehbuch: Leis Bagdach, Constanze Knoche

Produktion: Leis Bagdach, Silvia Loinjak, Constanze Knoche

Kostüme: Julia Schiller

Kamera: Kirsten Weingarten

Schnitt: Kai Minierski

Website: http://www.besucher-film.de