Frauengepowerte "Auf der Flucht"-Variante, in der eine unschuldig Verurteilte auf der Suche nach ihrem Sohn von ihrem Bewährungshelfer gejagt wird.

Kinostart: nicht bekannt

Tommy Lee Jones

Tommy Lee Jones
als Travis Lehman

Ashley Judd

Ashley Judd
als Libby Parsons

Bruce Greenwood

Bruce Greenwood
als Nick Parsons

Annabeth Gish
als Angie

Roma Maffia
als Margaret Skolowski

Davenia McFadden
als Evelyn Lake

Jay Brazeau
als Bobby

Spencer Treat Clark
als Matty Parsons, 11

Gillian Barber
als Rebecca Tingely

Benjamin Weir
als Matty Parsons, 4

Die Handlung von Doppelmord

Libby Parsons (Ashley Judd) wird unschuldig für den Mord an ihrem spurlos verschwundenen Ehemann verurteilt. Kaum einen Monat später merkt sie, dass sie von ihm für einen Versicherungsschwindel hereingelegt worden ist. Nach sechs Jahren Knast macht sie sich am Tag der Entlassung auf den Weg, ihren Sohn und den mörderischen Ehemann aufzuspüren, um ihre Unschuld zu beweisen. Doch ihr hartnäckiger Bewährungshelfer (Tommy Lee Jones) ist immer einen Schritt hinter ihr.

Das Drehbuch dieser frauengepowerten "Auf der Flucht"-Variante mag zwar nicht unbedingt vor Originalität strotzen, doch ergeben die Elemente von klassischem Kriminalthriller, Gerichtssaaldrama, Frauengefängnisfilm und Rachefantasie ein kurzweilig-unterhaltsames Katz- und Mausspiel. Regisseur Bruce Beresford inszenierte seinen routinierten Thriller mit einem Auge für Ästhetik und holte dabei das Optimum aus den malerischen Locations heraus.

Libby Parsons wird unschuldig für den Mord an ihrem spurlos verschwundenen Ehemann verurteilt. Kaum einen Monat später merkt sie, daß sie von ihm für einen Versicherungsschwindel hereingelegt worden ist. Nach ihrer Entlassung sechs Jahre später macht sie sich umgehend auf den Weg, ihren Sohn und mörderischen Ehemann aufzuspüren und ihre Unschuld zu beweisen. Stets einen Schritt hinter ihr ist ihr nicht locker lassender Bewährungshelfer.

Nach einem feucht-fröhlichen Gelage wacht Libby Parsons eines Morgens blutüberströmt auf. Von ihrem Ehemann Nick fehlt jede Spur. In einem Indizienprozess wird sie wegen Mordes verurteilt. Kaum einen Monat später findet Libby heraus, dass sie für einen Versicherungsbetrug hereingelegt worden ist. Nach verbüßter sechsjähriger Gefängnisstrafe macht sie sich sofort daran, ihren verräterischen Gatten aufzuspüren, um ihn nun tatsächlich zu eliminieren. Doch Bewährungshelfer Travis ist Libby stets auf den Fersen.

Für den angeblichen Mord an ihrem verschwundenen Gatten wird die unschuldige Libby zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe macht sie sich, verfolgt von ihrem Bewährungshelfer, auf die Suche nach ihrem Ehemann, um die Tat nachzuholen. Rachethriller von Bruce Beresford, der den Stoff als kurzweiliges Katz-und-Maus-Spiel inszenierte.

Kritik zu Doppelmord

Der Titel "Double Jeopardy" bezieht sich auf einen Justizausdruck, demzufolge eine Person für das selbe Verbrechen nicht zweimal angeklagt werden kann. Dieser juristische Passus ist auch der Aufhänger für den routinierten Rachethriller von Bruce Beresford ("Miss Daisy und ihr Chauffeur"), bei dem Ashley Judd fälschlich für den Mord an ihrem Ehemann verurteilt, nach ihrer Entlassung ihre Unschuld beweisen und ihren kleinen Sohn finden will. Da sie dabei ihre Bewährungsauflagen bricht, befindet sie sich wie einst Harrison Ford auf der Flucht vor einem unnachgiebigen Tommy Lee Jones.

Seinen Ausgang nimmt der gekonnt mit Klischees kalkulierende Krimi im pittoresken Staat Washington (gefilmt wurde im beliebten 'Stand-in' British Columbia), wo das wohlhabende Ehepaar Nick und Libby sich nach einer Party auf seinem neuen Segelboot vergnügt. Nach ein wenig Bettakrobatik wacht Libby über und über mit Blut besudelt auf. Von Nick findet sich keine Spur, und sie wird schließlich für seinen Mord verurteilt. Ihren vierjährigen Sohn Matty überläßt sie der Obhut ihrer attraktiven Freundin Angie (Annabeth Gish). Kaum einen Monat später merkt Libby, daß sie von Nick für einen Versicherungsschwindel hereingelegt worden ist. In bester Sträflingsmanier unterzieht sich Libby, von ihrem grenzenlosen Haß getrieben, einer rigorosen Fitnessroutine, die es ihr später ermöglichen wird zu sprinten und schwimmen, was das Zeug hält. Denn nach ihrer Entlassung sechs Jahre später, die völlig spurlos an ihr vorbeigegangen zu sein scheinen, macht sie sich umgehend auf den Weg, ihren Sohn und Ehemann aufzuspüren. Die Spur führt auf Umwegen nach New Orleans, wo sich Nick eine neue Identität zugelegt hat. Stets einen Schritt hinter ihr ist Bewährungshelfer Travis, dem sie immer wieder um Haaresbreite zu entwischen versteht. Doch Libby hat noch andere Sorgen, da Nick auch vor Mord nicht zurückschreckt.

Das Drehbuch von den "The Rock"-Autoren David Weisberg und Douglas S. Cook mag zwar nicht unbedingt vor Originalität strotzen, doch es ist ihnen gelungen Elemente klassischer Kriminalthriller, von Gerichtssaaldramen, Frauengefängnisfilmen in Kombination mit einer ausgeprägten Rachefantasie zu einem kurzweilig-unterhaltsamen Katz- und Mausspiel zu konstruieren. Neben dem reinen Überlebenswillen und der Motivation, sich an ihrem schleimigen Ehemann zu rächen, wird die Protagonistin zudem von ihrem tiefen Mutterinstinkt getrieben, was der Story eine bewegende Nuance verleiht. Ashley Judd, die in ihrer letzten Hauptrolle in dem Serienmörderschocker "Denn zum Küssen sind sie da" mit Morgan Freeman ebenfalls einem starken Schauspieler gegenüberstand, zeigt sich auch hier wieder bravourös der Aufgabe gewachsen, sich auf der Leinwand zu behaupten und ihre Figur mit emotionaler Tiefe auszustatten. Ihr Partner Jones mimt eine gebrochene Variante seines Marshals aus "Auf der Flucht", der den Kummer über seine verlorene Tochter in Alkohol ertränkt. In Libby erkennt er eine verwandte Seele, die sich ebenfalls nach ihrem Kind sehnt. Die Actionszenen, bei denen vor allem Libbys Fluchtversuch von einer Autofähre in Erinnerung bleibt, sind grundsolide ausgefallen. Auf einen spektakulären Moment, wie die beeindruckende Zugkollision in dem thematisch verwandten Andrew-Davis-Reißer, wartet man allerdings vergeblich. Regisseur Beresford inszeniert vielmehr mit einem Auge für Ästhetik und holt das Optimum aus seinen malerischen Locations heraus. Dem US-Publikum gefiel's und verhalf dem frauengepowerten Verfolgungsthriller mit 23,7 Mio. Dollar zum zweitbesten Septemberstart überhaupt. ara.

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Info

Plakat des Films: Doppelmord
  • FSK ab 12 freigegeben

FSK: ab 12

Kinostart: nicht bekannt

USA 1999

Länge: 1 h 45 min

Genre: Thriller

Originaltitel: Double Jeopardy

Regie: Bruce Beresford

Drehbuch: David Weisberg, Douglas S. Cook

Musik: Normand Corbeil

Produktion: Leonard Goldberg

Kostüme: Linda Bass, Rudy Dillon

Kamera: Peter James

Schnitt: Mark Warner

Ausstattung: Howard Cummings