Milieukritische Dramedy um ein Kindermädchen in Manhattans High Society.

Kinostart: nicht bekannt

Scarlett Johansson

Scarlett Johansson
als Annie Braddock

Laura Linney

Laura Linney
als Mrs. X

Paul Giamatti

Paul Giamatti
als Mr. X

Donna Murphy
als Judy Braddock

Alicia Keys
als Lynette

Chris Evans
als Harvard Hottie

Nate Corddry
als Calvin

Judith Roberts
als Milicent

Cady Huffman
als Scheidungs-Mutter

Sakina Jaffrey
als Sima

Brande Roderick
als Tanya

Heather Alicia Simms
als Murnel

Julie White
als Jane Gould

James Urbaniak
als Erziehungsberater

Alison Wright
als Bridget

Nina Garbiras
als Miss Chicago

Die Handlung von Nanny Diaries

Nach einem abgeschlossenen Anthropologiestudium wartet Annie Braddock (Scarlett Johansson) auf eine Eingebung, welchen Weg sie einschlagen soll. Ein Zusammenprall im New Yorker Central Park mit dem 5-jährigen Grayer (Nicholas Reese Art) zieht eine Stelle als Kindermädchen nach sich: Fortan kümmert sie sich um den vernachlässigten Jungen der menschlich erbärmlichen Mrs. X (Laura Linney) und ihrem Mann (Paul Giamatti), einem arroganten Börsenguru.

Einiges an (Milieu-)Kritik muss Manhattans High Society in der Dramödie des "American Splendor"-Teams wegstecken. Satirische Elemente von "Der Teufel trägt Prada" findet man ebenso wie einen Schuss "Mary Poppins"-Fantasy, kräftig gewürzt mit viel Herzschmerz und Humor.

Annie Braddock weiß nicht, was sie machen soll und nimmt kurzerhand einen Job als Nanny an bei einer Manhattaner High-Society-Familie. Ihre neue Arbeitgeberin erweist sich als snobistischer Kontrollfreak, die Annie wie ihre persönliche Dienstmagd behandelt. Der Mann interessiert sich nur fürs Geschäft und die Geliebte.

Die Anthropologin Annie rätselt über ihre Zukunft und nimmt einen Job als Kindermädchen des fünfjährigen Grayer an. Ihre Arbeitgeberin Mrs. X erweist sich als Kontrollfreak und behandelt Annie mit freundlich lächelnder Herablassung. Mr. X ist ein arroganter Wall-Street-Macher. Grayer leidet unter der Vernachlässigung seiner Eltern und schließt seine Nanny Annie ins Herz. Sie erwidert seine Zuneigung und behält aus Mitgefühl zum Kleinen den unerträglichen Job. Beim Sommerurlaub auf Nantucket kommt es zum emotionalen Eklat.

Kritik zu Nanny Diaries

Milieukritische Dramedy, die dem sarkastischen High-Society-Exposé "Der Teufel trägt Prada" hinterher stöckelnd, vom sklavischen Leben eines Kindermädchens in Manhattan erzählt.

Als Vorlage diente gleichfalls ein zum Bestseller avancierter Chick-Lit-Schlüsselroman (von Emma McLaughlin und Nicola Kraus), der nun vom "American Splendor"-Team Robert Pulcini und Shari Springer Berman mit kinotauglichen Änderungen adaptiert und inszeniert wurde.

Statt (wie im Buch) Erfahrung als Babysitterin, hat Protagonistin Annie Braddock (Scarlett Johansson) ein abgeschlossenes Anthropologiestudium, was witzig-clevere Analogien ermöglicht. So sitzt Annie im Naturkundemuseum vor (imaginären) Dioramen und sinniert im Voiceover (ihr zumeist drolliger Kommentar führt durch den gesamten Film) über die ausgestellten Spezies, wie die der Manhattaner Fashionista oder der Power-Anwältin. Unsicher, welche Bahn sie selbst einschlagen soll, wird ihr ein Job als Kindermädchen angeboten, als der fünfjährige Grayer (Nicholas Reese Art) im Central Park mit ihr zusammenprallt. Ihre neue Arbeitgeberin Mrs. X (Laura Linney) erweist sich alsbald als snobistischer Kontrollfreak, die Annie mit freundlich lächelnder Herablassung wie ihre persönliche Dienstmagd behandelt. Mr. X (Paul Giamatti aus "Sideways" hervorragend gegen den Strich besetzt) wird als arroganter Wall-Street-Macher skizziert, der nur Interesse fürs Geschäft und die Geliebte hat. Der kleine Grayer, der von seiner Mutter wie ein Accessoire behandelt wird, leidet unter der Vernachlässigung seiner Eltern. Daher schließt er nach anfänglichem Trotzgebaren seine Nanny Annie ins Herz. Sie erwidert seine Zuneigung und behält aus Mitgefühl zum Kleinen den unerträglichen Job, auch als ihr neuer Freund mit dem Spitznamen Harvard Hottie (Chris Evans aus "Fantastic Four") sie deswegen nicht versteht. Beim Sommerurlaub der Familie X auf Nantucket kommt es schließlich zum emotionalen Eklat, der Annie um einige Lebenserfahrung reicher macht.

Johannsson wird mit braunem Haar auf unscheinbares Mäuschen gestylt und fungiert t als Identifikationsfigur. Linney glänzt in ihrer Rolle der unerträglich selbstsüchtigen Millionärsgattin, hinter deren kühlen Fassade sich eine tiefe Verletzlichkeit verbirgt. Damit wird sie menschlicher als im Buch porträtiert. Erhalten geblieben sind die ätzenden Beschreibungen vom ebenso selbstgefälligen wie sinnentleerten Alltag der Societydamen, denen alles wichtiger scheint als die eigenen Kinder. Somit bieten die Filmemacher in wohl bemessenen Dosen Humor, Herzschmerz, Satire, ein wenig Romantik und selbst ein paar Fantasymomente. Denn sie weben hübsche Referenzen zur klassischen Übernanny "Mary Poppins" ein, an deren zeitlosem Charme sie nicht heranreichen. ara.

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Info

Plakat des Films: Nanny Diaries

Kinostart: nicht bekannt

USA 2006

Länge: 1 h 45 min

Genre: Drama

Originaltitel: The Nanny Diaries

Regie: Shari Springer Berman, Robert Pulcini

Drehbuch: Shari Springer Berman, Robert Pulcini

Musik: Mark Suozzo

Produktion: Richard N. Gladstein

Kostüme: Michael Wilkinson

Kamera: Terry Stacey

Schnitt: Robert Pulcini

Ausstattung: Mark Ricker

Website: http://www.nanny.centralfilm.de