Berührendes Drama mit Kristin Scott Thomas und Elsa Zylberstein über zwei Schwestern, die nach 15 Jahren Trennung eine vorsichtige Annäherung und einen Neuanfang versuchen.

Kinostart: 13.11.2008

Die Handlung von So viele Jahre liebe ich dich

15 Jahre lang verbrachte Juliette (Kristin Scott Thomas) wegen Mordes im Gefängnis, hat die Haft nun abgesessen und trifft zum ersten Mal nach langer Zeit ihre jüngere Schwester Lea (Elsa Zylberstein) wieder. Die ist glücklich verheiratet und hat zwei Töchter. Beide Frauen versuchen einen Neuanfang, der sich als schwierig gestaltet. Denn die Jahre in Gefangenschaft sind an Juliette nicht spurlos vorübergegangen. Zögerlich öffnet sie sich den beiden Nichten.

Berührendes Regiedebüt des erfolgreichen Romanautors Philippe Claudel ("Die grauen Seelen"), der lange Zeit selbst im Gefängnis unterrichtete. Weshalb sein stark gespieltes Drama sehr glaubhaft die innerliche Verhärtung und schwierige Zurückfindung ins Leben nachzeichnet.

Juliette verbrachte wegen Mordes 15 Jahre im Gefängnis. Ihre jüngere Schwester Lea führt mit Mann und zwei Töchtern ein glückliches Familienleben. Nach Juliettes Entlassung versuchen die beiden Frauen wieder vorsichtige Annäherungen und einen Neuanfang. Dabei sind die Haftjahre nicht spurlos an Juliette vorübergegangen. Sie reagiert erst einmal misstrauisch auf Annäherungsversuche ihrer Umwelt, kapselt sich ab, öffnet sich nur langsam den Nichten, die sich für die fremde Tante interessieren.

Juliette verbrachte wegen Mordes 15 Jahre im Gefängnis. Ihre jüngere Schwester Lea führt mit Mann und zwei Töchtern ein glückliches Familienleben. Nach Juliettes Entlassung versuchen die beiden Frauen wieder vorsichtige Annäherungen und einen Neuanfang. Dabei sind die Haftjahre nicht spurlos an Juliette vorbei gegangen. Sie reagiert erst einmal misstrauisch auf Annäherungsversuche ihrer Umwelt, kapselt sich ab. Schließlich öffnet sie sich langsam den Nichten, die sich für die fremde Tante interessieren.

Kritik zu So viele Jahre liebe ich dich

Berührendes Drama mit Kristin Scott Thomas und Elsa Zylberstein über zwei Schwestern, die nach 15 Jahren Trennung eine vorsichtige Annäherung und einen Neuanfang versuchen.

Die Begrüßung zwischen den Schwestern am Flughafen von Nancy wirkt hölzern, das Gespräch läuft stockend. 15 Jahre verbrachte Juliette wegen Mordes im Gefängnis, die jüngere Lea führt mit Mann und zwei Töchtern ein glückliches Familienleben. Die Haft ist nicht spurlos an der Frau vorübergegangen, ihre Augen blicken leer, sie strahlt geheimnisvolle Kühle und Distanz aus. Erst einmal reagiert Juliette misstrauisch auf Annäherungsversuche ihrer Umwelt, kapselt sich ab, öffnet sich nur langsam den Nichten, die sich für die fremde Tante interessieren. Die ersten holprigen Schritten in ein neues Leben sind von Unsicherheit geprägt, Skepsis den anderen gegenüber. Nur langsam wagt sie sich aus dem Labyrinth des Schmerzes und der innerlichen Verhärtung hinaus. Eine neue Arbeitsstelle, eine neue Wohnung, langsam erobert sich Juliette ein Stück Normalität, bleibt für Freunde und Familie aber weiterhin rätselhaft. Philippe Claudel, erfolgreicher Romanautor von Büchern wie "Die grauen Seelen" oder "Das Geräusch der Schlüsselbunde", unterrichtete - wie die Figur des verständnisvollen Michels im Film - lange im Gefängnis, er weiß um das innere und äußere Gefangensein. In seinem beachtlichen Regiedebüt legt er viel Wert auf die Bildsprache, die Kamera beginnt bei der Protagonistin mit statischen Einstellungen und strengen Kadrierungen. Je mehr sie am Leben teilnimmt, um so mehr erweitert sich auch der Raum, wird die Kamera mobiler. Die Farbkompositionen spiegeln den Seelenzustand wieder, grau-blaue Farben bei Juliette, wärmere Töne bei Lea. Ganz langsam kristallisiert sich heraus, dass alle - bis auf die unbekümmerten Kinder und den nach einem Schlaganfall unter Sprachverlust leidenden, dennoch vergnügten Großvater - in einem Käfig aus Sehnsucht gefangen sind, die unerreichbare Freiheit zum Greifen nah und doch so fern. Die Leinwand zum Leuchten bringt Kristin Scott Thomas in ihrer Zerbrechlichkeit und Ambivalenz. Wirken ihr Gesicht anfangs so grau wie die Gefängnismauern und die Gesten bleischwer, blüht sie sukzessive auf, wagt mal ein kleines Lächeln und die Augen fangen Feuer, wenn sie sich wieder zu leben traut. Ein zärtlicher und bewegender Film über Einsamkeit und Alleinsein, den komplizierten Umgang mit Freiheit, Schwesternnähe und -liebe und die Familienbande als Rettungsanker, der bei der Berlinale 2008 mit dem Leserpreis der "Berliner Morgenpost" und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet wurde. mk.

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Info

Plakat des Films: So viele Jahre liebe ich dich
  • FSK ab 6 freigegeben

FSK: ab 6

Kinostart: 13.11.2008

Deutschland/Frankreich 2008

Länge: 1 h 57 min

Genre: Drama

Originaltitel: Il y a longtemps que je t'aime

Regie: Philippe Claudel

Drehbuch: Philippe Claudel

Musik: Jean-Louis Aubert

Produktion: Yves Marmion

Kostüme: Jacqueline Bouchard

Kamera: Jérôme Alméras

Schnitt: Virginie Bruant

Ausstattung: Samuel Deshors